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Claude baut jetzt Dashboards und animierte Erklärungen

Zwei neue Beta-Funktionen machen Claude zum Datenwerkzeug: aktuelle, interaktive Dashboards und Animationen aus Ihren Daten. Docs, Slides und Design sind fertig.

Anna WeberAnna Weber
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Claude baut jetzt Dashboards und animierte Erklärungen

Zwei neue Beta-Funktionen machen Claude vom Textassistenten zu etwas, das eher an ein Datenwerkzeug erinnert: aktuelle Dashboards und Animationen aus Ihren Daten.

Claude kann jetzt Dashboards und Animationen bauen

Anthropic hat am 8. Oktober zwei neue Funktionen für Claude in die Beta-Phase geschickt. Claude Dashboards verwandelt Daten in eine lebende, interaktive Übersicht. Claude Motion macht aus Zahlen und Ideen eine animierte Erklärung. Beide sind zunächst als Beta verfügbar, Dashboards auf bezahlten Tarifen, Motion für Team- und Enterprise-Kunden.

Die Ausgangslage kennt jeder, der schon einmal eine Zahl aus dem Unternehmensdatenbestand gebraucht hat. Man stellt eine Frage und landet bei einem Ticket oder schreibt selbst eine SQL-Abfrage. Eine Abfrage ist eine Anweisung an eine Datenbank, mit der man Informationen herausholt. Ideen, die sich besser in Bewegung erklären ließen, enden derweil in einer weiteren statischen Folie. Beide Umwege kosten Zeit, also wartet man oder lässt es bleiben.

Genau dort setzen die neuen Funktionen an. Statt eine Anfrage zu stellen und auf ein Ergebnis zu warten, bittet man Claude direkt um die fertige Übersicht oder die Animation, und bekommt sie in einer Form zurück, die sich sofort weiterverwenden lässt, ohne dass man zwischen einem Datenbankwerkzeug, einem Diagrammprogramm und einer Präsentationssoftware hin und her springen muss.

Was ändert das für den Alltag? Eine Menge.

Wie Claude Dashboards mit Firmendaten arbeitet

Claude Dashboards verbindet sich mit einer Datenplattform wie Amazon Redshift, BigQuery, ClickHouse, Databricks oder Snowflake. Man stellt eine Frage in normaler Sprache, Claude holt die Antworten aus den Daten, baut das Dashboard und hält es aktuell, während sich die Zahlen ändern. Auch andere angebundene Systeme lassen sich nutzen, etwa ein Vertriebs-Tool wie Salesforce.

Der Unterschied zu einem klassischen Bericht liegt in der Nachvollziehbarkeit. Jede Zahl ist anklickbar, und dahinter erscheint die Abfrage, die sie erzeugt hat. Jedes Diagramm zeigt zudem an, wann seine Daten zuletzt aktualisiert wurden. Wer wissen will, woher ein Wert stammt, muss also nicht raten.

Für schnelle Erkundungsfragen ist das gedacht. Wie viele Anmeldungen gab es diese Woche im Vergleich zum Vormonat? Claude baut die passende Ansicht. Braucht eine Frage eine tiefere Analyse, lässt sich das Dashboard an Werkzeuge wie Grafana, Hex, Mixpanel oder PostHog übergeben. Weitere Integrationen, darunter Looker, monday.com und Tableau, sind angekündigt.

Was Claude Motion aus Daten macht

Claude Motion geht einen anderen Weg. Hier bittet man Claude, einen Quartalsbericht in eine 30-sekündige Erklärung für eine Betriebsversammlung zu verwandeln, ein Diagramm in einer Präsentation in Bewegung zu setzen oder einen Produktdurchlauf für die Einarbeitung neuer Kollegen zu bauen. Das Ergebnis läuft wie ein kurzes Video ab.

Der technische Kern ist wichtig für alle, die keine erfundenen Bilder wollen. Claude Motion schreibt Code, der Text, Diagramme, Formen und Bilder animiert. Es kommt kein Videogenerierungsmodell zum Einsatz. Deshalb gibt es kein künstlich erzeugtes Filmmaterial und keine erfundenen Personen. Jedes Wort, jede Zahl und jeden Zeitpunkt lassen sich im Editor ändern oder von Claude anpassen lassen.

Wenn mehr nötig ist, kann man das Ergebnis in Werkzeuge wie Adobe, Descript, HeyGen, Luma AI oder Runway übernehmen und dort weiterbearbeiten. Canva und Captions sollen folgen. Als Datei lässt sich die Animation als MP4 herunterladen.

Docs, Slides und Design verlassen die Beta

Beim selben Start hat Anthropic eine weitere Änderung bekannt gegeben. Claude Docs, Slides und Design sind aus der Beta heraus und stehen nun in jedem Tarif zur Verfügung, auch in der kostenlosen Version. Seit die drei Werkzeuge in jeder Claude-Unterhaltung verfügbar sind, haben Nutzer laut Anthropic mehr als 45 Millionen Dokumente, Präsentationen und Designs erstellt. Die Rückmeldungen aus dieser Nutzung haben den Weg aus der Testphase geebnet.

Für Bestandsnutzer bedeutet das vor allem eines: Die Funktionen, die bisher als Vorabversion galten, sind jetzt Teil des normalen Angebots. Wer Claude ohnehin für Texte nutzt, kann Dokumente und Folien ohne zusätzlichen Aufpreis erstellen.

Für wen sich Dashboards und Motion lohnen

Die neuen Funktionen richten sich an Teams, die regelmäßig mit Zahlen arbeiten: Vertrieb, Produkt, Controlling, Forschung. Wer jede Woche denselben Bericht aus denselben Quellen zieht, spart mit einem aktuell bleibenden Dashboard echte Handgriffe. Wer Zahlen in einer Besprechung erklären muss, gewinnt mit einer kurzen Animation mehr Aufmerksamkeit als mit einer weiteren Folie.

Ein Vorbehalt gehört dazu. Beide Funktionen sind Beta, also noch in der Entwicklung. Es ist nicht in jedem Fall klar, welche Datenquellen und Tarife vollständig unterstützt werden. Wer sensible Firmendaten anbindet, sollte die Zugriffsrechte prüfen und mit einer unkritischen Quelle beginnen.

Zum Ausprobieren reichen wenige Schritte. Verbinden Sie in Claude eine Datenquelle und stellen Sie eine einfache Frage zu den Zahlen. Wenn die Übersicht stimmt, fordern Sie eine kurze Animation derselben Daten an. So sehen Sie schnell, ob die neuen Werkzeuge Ihren Berichtsalltag entlasten.

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