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ChatGPT testet visuelle Werbung bei der Bilderzeugung

ChatGPT soll bald Werbung zeigen, während Nutzer Bilder erstellen. OpenAI kennzeichnet die Anzeigen und hält sie von den Antworten getrennt. Der Test startet diesen Monat in den USA.

Anna WeberAnna Weber
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Ein erzeugter Bildrahmen mit einem klar gekennzeichneten kleinen Werbepanel daneben, saubere neutrale Oberfläche, ohne Text

ChatGPT soll bald Werbung zeigen, während Nutzer Bilder erstellen. OpenAI kennzeichnet die Anzeigen und hält sie von den Antworten getrennt. Der Test startet diesen Monat in den USA.

Was OpenAI mit dem neuen Werbeformat testet

OpenAI baut sein Werbegeschäft aus. Am 5. Oktober stellte das Unternehmen ein neues visuelles Anzeigenformat für ChatGPT vor. Den Anfang macht ein Test während der Bilderzeugung: Wer im Chat ein Bild generieren lässt, kann künftig daneben eine Anzeige sehen.

Die Anzeigen sind klar gekennzeichnet und bleiben vom erzeugten Bild getrennt. Sie beeinflussen laut OpenAI auch nicht die Antworten des Assistenten. Das ist eine wichtige Zusage, denn genau hier liegt die Sorge vieler Nutzer.

Der Test beginnt später in diesem Monat in den USA, zunächst mit einer kleinen Gruppe von Werbetreibenden.

Warum die ChatGPT-Anzeigen jetzt kommen

Der Schritt fällt nicht aus dem Nichts. OpenAI baut seit Längerem ein Werbegeschäft rund um ChatGPT auf, und die neuen Formate sind der nächste Ausbauschritt.

Das Unternehmen begründet den Vorstoß mit Reichweite. ChatGPT erreiche 1,2 Milliarden Menschen pro Woche und sei damit die größte KI-native Konsumplattform der Welt, ein Maßstab, an dem sich kaum ein anderes KI-Produkt messen lässt. Diese Zahl stammt von OpenAI selbst und ist nicht unabhängig geprüft. Die Argumentation dahinter: Werbung helfe, die Vorteile der KI mehr Menschen zugänglich zu machen, weil sie einen viel größeren Markt erreiche als reine Abonnements.

Für Werbetreibende ist das neue Format vor allem eines, das mit Bildern arbeitet. Anzeigen können Produktideen, Anwendungsbeispiele oder Lebenssituationen zeigen, die zu einer Dienstleistung passen, und damit mehr leisten als eine reine Textzeile. Das ist bildlastiger als frühere Werbeplätze in ChatGPT.

Was sich an der Messung der Anzeigen ändert

Zu einem ernsthaften Werbegeschäft gehört die Frage, ob Anzeigen überhaupt wirken, und genau hier hat OpenAI nachgelegt. Das Unternehmen stellte neue Messwerkzeuge und Partner vor. Gewinne messen, nicht nur Klicks.

Integrationen mit Hightouch, Tealium und LiveRamp sollen es Werbetreibenden erleichtern, Conversion-Daten aus ihren bestehenden Systemen an ChatGPT Ads zu senden. Dazu kommen Attributionspartner aus Web und App, die Conversions-API, Reporting und Klick-Attribution unterstützen. Zu den genannten Firmen zählen AppsFlyer, Triple Whale, Adjust, Northbeam und weitere. Auch Partner für die Messung des gesamten Trichters sind dabei.

Neu ist der Versuch, den tatsächlichen Werbeeffekt zu messen. Dieser Teil stehe noch am Anfang, schreibt OpenAI, und man arbeite mit Haus, Measured und WorkMagic an geobasierten Experimenten, um den kausalen Beitrag der Anzeigen zu verstehen. Einige frühe Partnerbefunde nennt das Unternehmen: Laut DV Rockerbox lagen die zugerechneten Kosten pro Neukunde für WeightWatchers bei ChatGPT Ads um 15,3 Prozent unter dem eigenen Vergleichswert aus bezahlter Suche. Solche Zahlen stammen von Partnern und sind nicht unabhängig überprüft.

Wie OpenAI Markenverträglichkeit sichern will

Werbung braucht Vertrauen, und das hängt davon ab, in welcher Umgebung eine Anzeige erscheint. OpenAI betont, dass seine Platzierungsregeln einschätzen, ob eine Unterhaltung für Werbung geeignet ist. So sollen Anzeigen aus emotional heiklen, sensiblen oder sonst unpassenden Zusammenhängen herausgehalten werden.

Automatische Prüfung, menschliche Kontrolle und laufende Überwachung sollen Verstöße erkennen und die Schutzmaßnahmen mit der Zeit verbessern, damit Werbung nicht in unpassenden Momenten erscheint. Für enge Platzierungsvorgaben einzelner Marken gibt es jetzt sogenannte Negative Phrases für qualifizierte Werbetreibende.

Dazu kommen Pilotprojekte zur Markenverträglichkeit mit DoubleVerify und Integral Ad Science. Unabhängige Partner sollen bewerten, wie OpenAIs Standards in einer kontrollierten Testumgebung angewandt werden, ohne auf private Nutzerunterhaltungen zuzugreifen. Das Ziel ist mehr Transparenz für Werbetreibende bei gleichzeitigem Schutz der Gesprächsprivatsphäre.

Was OpenAI zusichert

  • Anzeigen sind klar gekennzeichnet
  • Anzeigen bleiben von Antworten getrennt
  • Werbung beeinflusst Antworten nicht
  • Platzierungsregeln halten sensible Kontexte frei

Was noch offen ist

  • Nur ein Test mit ausgewählten Werbetreibenden
  • Start zunächst nur in den USA
  • Wirkungsmessung noch in früher Phase
  • Reichweitenzahl stammt von OpenAI selbst

Was das für ChatGPT-Nutzer heißt

Für die meisten Nutzer ändert sich vorerst nichts. Der Test läuft zunächst in den USA mit einer begrenzten Gruppe von Werbetreibenden, und in Europa oder anderen Regionen ist das Format noch nicht angekündigt. Was heißt das konkret für Sie?

Wenn es ankommt, sollten Sie auf die Kennzeichnung achten. Werbung soll als solche erkennbar sein, und der wichtigste Punkt ist, dass sie die Antworten nicht verändert. Ob das in der Praxis hält, lässt sich am Ende nur prüfen, indem man beobachtet, ob sich die Qualität der Antworten verändert.

Interessant ist die Richtung, die OpenAI einschlägt. Ein Unternehmen, das lange als abonnementbasiert galt, baut nun Messwerkzeuge, Attributionspartner und Markensicherheits-Piloten auf und stellt damit die Infrastruktur eines reifen Werbenetzwerks bereit. Ob Werbung das Vertrauen der Nutzer belastet oder ob die saubere Trennung von Anzeigen und Antworten ausreicht, wird sich im Lauf des Tests zeigen.

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