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OpenAI bringt Computer Use in die Chrome-Erweiterung

OpenAI hat die ChatGPT-Erweiterung für Chrome ausgebaut. Der Assistent liest nun mehrere Tabs, fasst sie zusammen und kann Aufgaben im Browser übernehmen, etwa Formulare ausfüllen und Dateien herunterladen.

Anna WeberAnna Weber
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OpenAI bringt Computer Use in die Chrome-Erweiterung

OpenAI erweitert seine ChatGPT-Erweiterung für Chrome: Der Assistent kann nun offene Tabs lesen, Informationen zusammenfassen und Aufgaben im Browser übernehmen. Damit rückt die Computer-Use-Funktion in den Alltag von Millionen Nutzern.

Was OpenAIs ChatGPT-Erweiterung für Chrome jetzt kann

OpenAI hat am 15. Oktober ein Update seiner ChatGPT-Erweiterung für Chrome angekündigt. Die Erweiterung kann jetzt Informationen aus mehreren geöffneten Tabs zusammenführen, statt nur einen einzigen Tab zu betrachten. Wer eine Recherche über mehrere Seiten verteilt hat, kann ChatGPT bitten, die Inhalte zu bündeln.

Der zweite Teil betrifft die Computer-Use-Funktion. In ChatGPT Work, der Variante für längere, selbstständige Aufgaben, kann der Assistent Chrome-Tabs übernehmen und Aufgaben ausführen. Dazu gehören das Versenden von Nachrichten, das Ausfüllen von Formularen und das Herunterladen von Dateien. Er hilft zudem, Tabs zu ordnen und zu gruppieren, was bei einem Fenster mit zwanzig offenen Seiten den Unterschied ausmacht zwischen einem kurzen Überblick und langem Scrollen auf der Suche nach der richtigen Seite.

Hinzu kommen Zugriff auf die ChatGPT-Historie innerhalb der Erweiterung und die Möglichkeit, sie neben der aktuellen Seite zu nutzen. Der Assistent steht also nicht mehr in einem getrennten Fenster, sondern arbeitet sichtbar neben dem, was Nutzer gerade tun.

Nach Angaben im Chrome Web Store nutzen die Erweiterung rund sieben Millionen Menschen. Die aktuelle Version 1.26.1005.11759 wurde am 15. Oktober aktualisiert.

Wie die Computer-Use-Funktion in Chrome arbeitet

Der Kern ist die Übertragung einer Fähigkeit, die OpenAI bisher für eigene Computer-Umgebungen entwickelt hat, in den Browser. Statt nur Texte zu erzeugen, greift der Assistent auf das zu, was im Browser sichtbar ist, und handelt dort. Ein Tab wird damit zur Arbeitsfläche, auf der das Modell selbst Schritte ausführt.

OpenAI nennt dazu passende Beispiele. Der Assistent soll Preise über mehrere Tabs vergleichen, die Argumente eines Artikels erklären, ein Anmeldeformular nach einem Termin ausfüllen und vor dem Absenden anhalten, oder Angaben zu mehreren Anbietern in eine Vergleichstabelle übertragen. Diese Beispiele zeigen die Richtung: Aufgaben, die mehrere Seiten und mehrere Schritte verbinden.

Das Anhalten vor dem Absenden ist ein bewusstes Detail. Es signalisiert, dass der Assistent Aufgaben vorbereitet, die letzte Entscheidung aber beim Nutzer lässt. Wer sensible Formulare ausfüllt, behält damit die Kontrolle über den letzten Klick.

Was die Erweiterung für Nutzer bedeutet

Für den Alltag verschiebt die Funktion die Grenze zwischen Fragen und Tun. Bisher war ChatGPT vor allem ein Gegenüber, dem man Fragen stellte. Mit der Tab-Steuerung wird daraus ein Werkzeug, das Aufgaben erledigt, die man sonst selbst klicken würde, etwa eine Liste über mehrere Anbieterseiten zusammenzutragen.

Spürbar ist der Unterschied bei Aufgaben, die sich verteilen. Eine Preissuche über fünf Shops, das Zusammenfassen von drei Artikeln zu einem Thema oder das Übertragen von Angaben in ein Formular kostet sonst viele einzelne Klicks. Diese Arbeit kann die Erweiterung übernehmen, was vor allem bei wiederkehrenden Vorgängen viel Zeit spart und die Konzentration für die eigentliche Entscheidung frei hält.

Der Gewinn hängt aber am Vertrauen. Der Assistent handelt in einem Browser, in dem häufig Konten, Sitzungen und persönliche Daten liegen. Wer ihn selbstständig Tabs öffnen und Formulare ausfüllen lässt, gibt ihm Zugriff auf genau diese Umgebung. Für einmalige, unkritische Aufgaben ist das unproblematisch, für sensible Zugänge weniger.

Was der Zugriff auf Daten und Tabs bedeutet

Die Erweiterung ist weitreichend berechtigt. Sie kann auf bereits installierte Erweiterungen zugreifen, auf den vollständigen Verlauf der ChatGPT-Gespräche und, bei entsprechender Verbindung, auf das lokale Dateisystem. Diese Zugriffe sind nicht neu, gewinnen mit der Tab-Steuerung aber an Gewicht, weil der Assistent nun aktiv im Browser arbeitet.

Für Nutzer heißt das: Wer die Erweiterung einsetzt, sollte sich überlegen, in welchen Sitzungen sie mitlaufen darf. Ein Browser mit Bankzugang, Behördenkonto und privaten Chats ist eine andere Umgebung als ein Arbeitsrechner mit reinen Recherche-Tabs. Die praktische Regel lautet, den Assistenten dort arbeiten zu lassen, wo ein Fehler nicht teuer wird.

Wem gehört eigentlich der Browser, in dem der Assistent klickt? Das bleibt der Nutzer. Die Erweiterung führt nur aus, was sie übertragen bekommt.

Bemerkenswert ist der Kontrast zu den Marketingversprechen rund um „agentische" KI. Die Funktion ist kein autonomer Helfer, der dauerhaft im Hintergrund die Kontrolle übernimmt. Sie führt konkrete Schritte aus, die man ihr überträgt, und pausiert vor kritischen Punkten. Diese Grenze ist für die Praxis wichtiger als jede Ankündigung.

Wie sich die Computer-Use-Funktion einordnen lässt

Die Ankündigung ist Teil einer größeren Bewegung. Mehrere Anbieter arbeiten daran, KI-Assistenten nicht nur reden, sondern handeln zu lassen, ob im Browser, auf dem Desktop oder per Schnittstelle. OpenAI bringt diese Fähigkeit nun in eine Erweiterung, die schon heute auf Millionen Rechnern liegt, was die Reichweite deutlich erhöht.

Wie verlässlich der Assistent in der Breite arbeitet, ist noch offen. Die Beispiele stammen von OpenAI selbst, unabhängige Tests der alltäglichen Zuverlässigkeit fehlen weitgehend. Wer die Funktion ernsthaft nutzt, sollte mit einzelnen Fehlern rechnen und Ergebnisse bei wichtigen Vorgängen gegenprüfen.

Wer die Erweiterung ausprobieren will, installiert sie über den Chrome Web Store von OpenAI und meldet sich an. Für einfache Aufgaben wie das Zusammenfassen mehrerer Tabs ist der Einstieg unkompliziert. Wer die Tab-Steuerung ausprobieren möchte, sollte mit unkritischen Seiten beginnen und erst dann zu eingeloggten Diensten übergehen, wenn klar ist, wie zuverlässig der Assistent dort arbeitet.

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