Wirtschaft & Industrie

OpenAI bringt GPT-6 und Codex auf Google Cloud: drei Clouds, ein Katalog

OpenAI und Google Cloud bringen GPT-6 Astra, GPT-6 Sol, GPT-6 Luna und den Codex-Workflow in den Model Garden, gekauft wird über den Marketplace mit bestehenden Cloud-Ausgabenverpflichtungen. Der Start erfolgt in den nächsten Wochen in einer privaten Vorschau. OpenAI ist damit bei Azure, AWS Bedrock und Google Cloud vertreten.

Anna WeberAnna Weber
Beliebtheit: 1,500
OpenAI bringt GPT-6 und Codex auf Google Cloud: drei Clouds, ein Katalog

OpenAI bringt drei GPT-6-Modelle und den Codex-Workflow in den Model Garden von Google Cloud, gekauft wird über den Marketplace mit bestehenden Cloud-Verpflichtungen. Damit sind die Modelle von ChatGPT künftig bei allen drei großen Cloud-Anbietern im Programm.

OpenAI-Landung auf Google Cloud: Drei GPT-6-Modelle und Codex im Model Garden

OpenAI und Google Cloud haben am Mittwoch, den 21. Oktober, eine Zusammenarbeit verkündet, die vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wäre: Die Modelle von ChatGPT kommen in den Model Garden von Google Cloud, gekauft wird über den Google Cloud Marketplace. Die beiden Firmen konkurrieren frontal bei den Chatbots, Gemini gegen ChatGPT, und binden sich gleichzeitig wirtschaftlich immer enger aneinander. Ausgerechnet der direkte Rivale wird damit zum Vertriebskanal.

Die erste Lieferung umfasst drei Modelle: GPT-6 Astra, das Flaggschiff für Programmierung, Computerbedienung, professionelle Aufgaben und wissenschaftliche Arbeit, dazu die Varianten GPT-6 Sol und GPT-6 Luna. Hinzu kommt Codex, der agentische Programmier-Workflow von OpenAI, der zusammen mit den Modellen einzieht. Der Start erfolgt "in den nächsten Wochen", zunächst in einer privaten Vorschau. Von einer allgemeinen Verfügbarkeit kann also keine Rede sein.

Der kaufmännische Clou: Zahlen mit bereits unterschriebenem Cloud-Budget

Für IT-Verantwortliche ist der wichtigste Punkt nicht der Modellkatalog, sondern der Bestellweg. Unternehmen können den Zugang über ihre bestehenden Ausgabenverpflichtungen bei Google Cloud abrechnen, ein separates Billing-Verhältnis zu OpenAI ist nicht nötig. Das reduziert die Hürde spürbar: Ein Modell, das mit Gemini um dieselben Nutzer konkurriert, wird zur bloßen Position in einem bereits unterschriebenen Google-Vertrag. Genau diesen Weg gehen Softwareanbieter seit Jahren, wenn sie sich in freigegebene Budgets einkaufen.

Greg Brockman, Präsident von OpenAI, rahmte den Schritt so: Die fähigsten Modelle und Codex dorthin zu bringen, "wo Kunden bereits bauen", sei ein wichtiger Schritt. Der Satz fasst die Distributionsstrategie zusammen. OpenAI will überall vertreten sein, wo Entwickler ohnehin arbeiten, statt sie aus ihrer gewohnten Umgebung zu locken.

Element

Detail

Modelle

GPT-6 Astra, GPT-6 Sol, GPT-6 Luna, dazu Codex

Vertriebsweg

Model Garden von Google Cloud, Kauf über den Marketplace

Termin

in den nächsten Wochen, private Vorschau

Abrechnung

bestehende Cloud-Ausgabenverpflichtungen, kein OpenAI-Vertrag nötig

Drei Clouds, ein Katalog, eine Rivalität im Dauerzustand

Mit dem Schritt ist die Runde komplett. OpenAI-Modelle laufen bereits über Microsoft Azure und AWS Bedrock, jetzt folgt Google Cloud. Für Unternehmenskunden ändert das die Verhandlungsposition: Dieselben Modelle sind auf drei Plattformen verfügbar, und der Einkäufer kann vergleichen, statt an einen Lieferanten gebunden zu bleiben. Für OpenAI verbreitert jeder zusätzliche Kanal die Reichweite, ohne neues Vertriebspersonal.

Das Verhältnis der beiden Firmen ist dabei ein Lehrstück für Kooperation zwischen Konkurrenten. Google und OpenAI kämpfen um dieselben Chatbot-Nutzer, handeln aber gleichzeitig Vereinbarungen über Cloud und Suche aus, die ihre Ökonomien verketten. Dass die Werkzeuge des einen im Laden des anderen verkauft werden, ist damit keine Ausnahme mehr, sondern der Normalzustand dieser Branche.

Was in den nächsten Wochen zu beobachten ist

Entscheidend wird, wie die private Vorschau anläuft: Wie viele Kunden fragen an, aus welchen Branchen kommen sie, und wie schlägt sich Codex in Google-Umgebungen? Folgt eine breite Freigabe, dürfte Google den Model Garden weiter als neutrales Schaufenster positionieren, in dem Gemini, offene Modelle und die GPT-6-Familie nebeneinander liegen. Bleibt die Nachfrage aus, verwandelt sich die Kooperation schnell in eine Fußnote. Fest steht vorerst nur eines: Wer über Cloud-Budgets nachdenkt, hat jetzt drei Türen mit demselben Modell dahinter, und Microsoft verliert das Alleinstellungsmerkmal, das Azure lange getragen hat.

Diesen Artikel teilen

Erwähnte Produkte

Quellen

Ähnliche KI-News

Programmieren mit KI: Das beste LLM für Code
Tests

Programmieren mit KI: Das beste LLM für Code

Beim Programmieren zählt nicht, welches Modell im Gesamtranking oben steht, sondern welches Ihren Code versteht und keine kaputten Änderungen hinterlässt. Genau dort gehen die Modelle auseinander. Ein Überblick für Entwickler, die täglich damit arbeiten.

Beliebtheit: 1,320
Die besten LLM 2026 nach Aufgaben sortiert
Modelle

Die besten LLM 2026 nach Aufgaben sortiert

Die Frage nach dem besten LLM hat keine einzige Antwort. Das liegt nicht an fehlenden Tests, sondern daran, dass die Modelle für unterschiedliche Aufgaben gebaut sind. Wer die Stärken kennt, wählt in wenigen Minuten das passende.

Beliebtheit: 1,250
Grok vs. ChatGPT vs. Gemini: Echtzeit, Denkstufen, Google
Vergleiche

Grok vs. ChatGPT vs. Gemini: Echtzeit, Denkstufen, Google

Drei Assistenten, drei Schwerpunkte: Grok liest X und das Web in Echtzeit, ChatGPT steuert das Denken in Stufen, Gemini hängt an Googles Programmen. Wir sortieren, welcher zu welcher Aufgabe passt.

Beliebtheit: 1,380
ChatGPT vs. Gemini im Vergleich: Mehr Werkzeuge oder mehr Google?
Vergleiche

ChatGPT vs. Gemini im Vergleich: Mehr Werkzeuge oder mehr Google?

ChatGPT und Gemini sind die beiden bekanntesten KI-Assistenten im deutschsprachigen Raum. Beide gibt es kostenlos, beide kosten im Abo rund 20 Euro. Der Unterschied liegt darin, wo Sie arbeiten.

Beliebtheit: 1,460