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China plant Exportkontrollen für 23 KI-Technologien

Chinas Handels- und Wissenschaftsministerium schlagen Exportkontrollen für 23 KI-Technologien vor, darunter große Modelle und Agenten. Eine Registrierungspflicht für laufende Exporte gilt bereits.

Anna WeberAnna Weber
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China plant Exportkontrollen für 23 KI-Technologien

Chinas Handels- und Wissenschaftsministerium wollen den Export von 23 KI-Technologien strenger kontrollieren. Der Entwurf ist noch nicht in Kraft, die neue Registrierungspflicht für laufende Geschäfte gilt aber sofort.

Was China mit den neuen Exportkontrollen plant

Am 16. Oktober haben das chinesische Handelsministerium (MOFCOM) und das Wissenschaftsministerium (MOST) die Bekanntmachung Nummer 48 veröffentlicht. Darin schlagen sie vor, den Katalog der Technologien zu erweitern, deren Ausfuhr verboten oder beschränkt ist. Die Liste umfasst den Angaben zufolge 40 neue Technologien, davon 23 aus dem KI-Bereich.

Zu den KI-Punkten gehören große Modelle, KI-Agenten, Rechencluster und Verfahren zur Informationsverarbeitung. Daneben stehen fünf Technologien aus der Biotechnologie und zwölf aus der Solarbranche. Über den gesamten Katalog hinweg sollen 14 Technologien einem vollständigen Ausfuhrverbot unterliegen, für 26 weitere wären beschränkte Exportauflagen vorgesehen.

Der Entwurf ist eine Konsultation, kein fertiges Gesetz. Stellungnahmen nimmt die Regierung bis zum 15. November entgegen. Bis dahin kann sich am Text noch einiges ändern.

Warum die Registrierungspflicht sofort greift

Der wichtigere Teil für Unternehmen steht neben dem Entwurf. Für die aufgelisteten Technologien führt China ab sofort eine Registrierungspflicht für Exporte ein. Sie gilt auch für Geschäfte, die bereits begonnen, aber noch nicht abgeschlossen sind. Firmen müssen solche laufenden Vorhaben also anmelden, noch bevor die eigentliche Liste in Kraft tritt.

Diese Vorwegnahme ist der eigentliche Paukenschlag. Sie nimmt Firmen die Zeit, ihre Geschäfte noch schnell abzuschließen, bevor neue Regeln greifen, und zwingt sie, laufende Vorhaben offenzulegen, deren Ausgang noch völlig offen ist. Wer eine Technologie ausführt, die auf der Liste steht, muss den Vorgang jetzt erfassen.

Eine wichtige Ausnahme betrifft offene Veröffentlichungen. Technologien, die bereits über offene Quellen, wissenschaftliche Veröffentlichungen oder ähnliche Wege öffentlich zugänglich sind, sollen nicht unter die Kontrolle fallen. Für offene Modellgewichte bleibt damit ein Schlupfloch, jedenfalls dem Entwurf nach. Ob und wie dieses Loch in der Endfassung bestehen bleibt, ist offen.

Was hinter den chinesischen Exportkontrollen steckt

China kontrolliert seit Jahren, welche Technologien das Land verlassen dürfen, zuletzt mit Blick auf Seltene Erden und Batterietechnik. Der neue Entwurf weitet das auf KI aus und folgt damit einem Muster, das bisher eher von den USA bekannt war. Bloomberg berichtet, die Regierung wolle die Kontrolle über Schlüsseltechnologien festigen und auf die US-Beschränkungen reagieren.

Für Beobachter ist die Richtung bemerkenswert. China positioniert sich als Land, das KI-Technologie nicht nur produziert, sondern auch zurückhält. Das verschiebt die Debatte über offene Modelle, denn chinesische Anbieter haben zuletzt mit frei verfügbaren Gewichten international Aufmerksamkeit gewonnen.

Ob sich die Pläne auf diese offenen Modelle auswirken, hängt an der Ausnahme für öffentlich zugängliche Technologien. Fällt sie weg oder wird sie eng gefasst, könnte das die Verbreitung chinesischer offener Modelle bremsen, auf die zuletzt viele internationale Entwickler gesetzt haben. Bis zur Endfassung bleibt das eine offene Frage, über die auch die Berichterstattung nur spekulieren kann.

Droht damit das Ende der chinesischen offenen Modelle? So weit muss es nicht kommen. Die Regierung hat die Ausnahme bewusst aufgenommen, und ob sie in der Endfassung Bestand hat, entscheidet darüber, wie viel Spielraum bleibt.

Was die Exportkontrollen für Entwickler und Firmen bedeuten

Für Entwickler außerhalb Chinas ist die unmittelbare Wirkung begrenzt, solange sie nicht auf chinesische Technologie angewiesen sind. Spürbar wird es bei Teams, die chinesische Modelle oder Recheninfrastruktur nutzen und auf den Export von Anpassungen oder darauf aufbauenden Produkten setzen, weil sie nun prüfen müssen, ob ihre eigenen Weiterentwicklungen unter die neuen Regeln fallen. Solche Wege können künftig eine Anmeldung erfordern.

Für Unternehmen mit Standorten in beiden Ländern steigt der Aufwand. Sie müssen prüfen, welche ihrer Technologien auf der Liste stehen und ob laufende Vorhaben meldepflichtig sind. Da die Registrierungspflicht sofort gilt, ist das kein Vorgang, den man bis zur Verabschiedung aufschieben kann.

Ein zweiter Punkt betrifft die Planungssicherheit. Solange der Entwurf nur vorliegt, kennen Firmen den endgültigen Wortlaut nicht. Das erschwert Investitionen in Geschäfte, die auf dem Export von KI-Technologie aufbauen, weil niemand heute sagen kann, welche Auflagen in einigen Monaten für ein laufendes Projekt gelten. Wer für den Export plant, kalkuliert zurzeit mit einem Risiko, das er nicht beziffern kann, und dürfte manche Vorhaben vorerst bremsen.

Der nächste Schritt ist das Ende der Konsultationsfrist am 15. November. Danach zeigt sich, welche Technologien tatsächlich unter die Kontrolle fallen und wie weit die Ausnahme für offene Veröffentlichungen reicht. Für Firmen mit Geschäften in China lohnt es sich, den Prozess bis dahin eng zu verfolgen.

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