Vergleiche

Copilot vs. ChatGPT: Arbeitsassistent gegen Alleskönner

Beide Assistenten rechnen mit derselben Modellfamilie, doch der eine arbeitet in Ihrer Firma, der andere daneben. Wir vergleichen, was das für Dateien, Datenschutz und den Alltag bedeutet.

Anna WeberAnna Weber
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Copilot vs. ChatGPT: Arbeitsassistent gegen Alleskönner

Beide Assistenten rechnen mit derselben Modellfamilie, doch der eine arbeitet in Ihrer Firma, der andere daneben. Wir vergleichen, was das für Dateien, Datenschutz und den Alltag bedeutet.

Copilot vs. ChatGPT: Arbeitstier gegen Alleskönner

Microsoft Copilot und ChatGPT teilen sich die Wurzeln: Der kostenlose Copilot läuft auf Modellen von OpenAI, also derselben Familie wie ChatGPT. Worin unterscheiden sie sich dann überhaupt noch? Wer nur ein paar Fragen stellt, merkt kaum einen Unterschied. Sobald Arbeit ins Spiel kommt, trennt sich der Weg. Copilot sitzt in Word, Excel, Outlook und Teams und greift auf Dateien und Kalender Ihrer Firma zu. ChatGPT bleibt ein eigenständiger Assistent, der viele Aufgaben und Werkzeuge abdeckt, aber nicht in Ihrer Arbeitsumgebung lebt.

Für Privatnutzer ist das oft gleichgültig. Für Teams ist es die zentrale Frage.

Merkmal

Microsoft Copilot

ChatGPT

Anbieter

Microsoft

OpenAI

Modelle

GPT-Modelle von OpenAI

GPT-6 Astra, Sol, Luna

Arbeitsintegration

Word, Excel, Outlook, Teams

Fremde Dienste über Schnittstellen

Datenzugriff

Firmendateien und Kalender

Nur, was Sie einfügen oder verbinden

Datenschutz

Bleibt in der Microsoft-365-Umgebung

Eigene Sicherheitsvorgaben

Preis

In vielen Microsoft-365-Abos enthalten

20 Dollar für Plus, 8 für Go

Was Copilot und ChatGPT gemeinsam haben

Beide beantworten Fragen, fassen Texte zusammen, erzeugen Bilder und suchen im Web. Weil Copilot im Kern dieselben Modelle nutzt, ist die Antwortqualität bei einfachen Aufgaben ähnlich. Auch der Einstieg ist bei beiden einfach: Es gibt eine kostenlose Stufe, und die Bezahlstufen liegen in derselben Größenordnung.

Der wichtigste gemeinsame Zug ist die Verzahnung mit dem Arbeitsalltag. Früher war ChatGPT ein Chatfenster mit kopiertem Text, heute verbindet es sich mit Fremddiensten und erledigt Aufgaben über einen eigenen virtuellen Browser. Copilot war früher ein Helfer in den Office-Programmen und arbeitet heute über mehrere Anwendungen hinweg auf Grundlage eines gemeinsamen Arbeitsgedächtnisses, das Meeting-Notizen und Chatverläufe einbezieht. Beide haben sich damit aufeinander zubewegt.

Copilot lebt in Microsoft 365

Copilots Stärke zeigt sich, sobald Ihre Arbeit in Microsoft-Produkten liegt. Es liest die Datei, an der Sie gerade sitzen, zieht Informationen aus Meetings und kennt die Namen Ihrer Produkte und Kollegen. Wer täglich mit Word, Excel und Teams arbeitet, merkt schnell, dass Copilot kein Werkzeug zum Öffnen ist, sondern eine Fähigkeit, die überall dort bereitsteht, wo die Arbeit gerade stattfindet.

Dazu kommt der Datenschutz. Microsoft 365 Copilot bleibt innerhalb der Microsoft-365-Umgebung und respektiert bestehende Berechtigungen, Vertraulichkeitsstufen und Richtlinien zum Datenschutz. Ein Werkzeug, das Firmendaten nur innerhalb dieser Grenze verwertet, ist für viele Unternehmen der entscheidende Punkt.

ChatGPT kann mehr auf eigene Faust

ChatGPT deckt außerhalb der Office-Welt mehr ab. Es erzeugt Bilder und Videoinhalte, führt ausführliche Sprachgespräche und verbindet sich über Schnittstellen mit vielen Fremddiensten, die sich frei in den eigenen Ablauf einfügen. Wer eine kleine Automatisierung baut, einen Reiseplan mit Bildern braucht oder Code schreibt, ist damit besser bedient.

Der Unterschied liegt in der Richtung. Copilot holt die Arbeit zu sich, ChatGPT kommt zu Ihnen, egal wo Sie sind. Für tiefere technische Gespräche, die keine Firmendaten brauchen, greifen viele Nutzer weiterhin zu ChatGPT, weil die Modelle dort oft etwas früher verfügbar sind und mehr Werkzeuge offenstehen.

Der Datenschutz trennt die beiden am deutlichsten

Hier wird es praktisch. Wenn Sie Microsoft-365-Daten über Verbinder in ChatGPT holen, dann verlassen diese Daten die abgeschirmte Microsoft-365-Umgebung und laufen fortan unter eigenen Vorgaben. Unternehmen müssen dann abwägen, ob die nötigen Rechte, Metadaten und Beziehungen vollständig ankommen, denn bei unvollständigem oder verzögertem Zugriff leidet die Antwortqualität.

Wer mit sensiblen Firmendateien arbeitet, fährt mit Copilot sicherer, weil nichts die Umgebung verlässt. Wer frei mit öffentlichen Inhalten arbeitet, hat diese Sorge nicht und kann die breitere Werkzeugpalette von ChatGPT nutzen.

Copilot wählen, wenn

  • Ihre Arbeit in Word, Excel und Teams liegt
  • Firmendaten die Microsoft-Umgebung nicht verlassen sollen
  • Sie Meetings und Kalender einbeziehen
  • Ihr Unternehmen Microsoft 365 ohnehin zahlt

ChatGPT wählen, wenn

  • Sie außerhalb der Office-Welt arbeiten
  • Sie Bilder, Video und Sprache brauchen
  • Sie viele Fremddienste anbinden
  • Sie die neuesten Werkzeuge früh testen wollen

Was der Preis für Firmen bedeutet

Für Einzelpersonen ist der Vergleich einfach: ChatGPT Plus kostet 20 Dollar im Monat, Copilot hat eine kostenlose Stufe, und die Bezahlstufen ähneln sich in Umfang und Ausstattung. Für Unternehmen sieht die Rechnung dagegen ganz anders aus. Microsoft 365 Copilot Chat ist in bestehenden Microsoft-365-Lizenzen enthalten, sodass viele Firmen bereits Zugang haben, ohne etwas dazuzukaufen.

Das verschiebt die Rechnung. Wer Microsoft 365 schon nutzt, bekommt Copilot günstig dazu. Wer es nicht nutzt, zahlt für die Arbeitsintegration den Aufpreis, den ChatGPT in derselben Stufe günstiger abdeckt.

Welcher Assistent zu Ihrer Arbeit passt

Wenn Ihre Woche in Word, Excel und Teams stattfindet und Firmendaten sicher bleiben müssen, ist Copilot die naheliegende Wahl, oft ohne Mehrkosten. Wenn Sie außerhalb der Office-Welt Bilder, Sprache und viele Fremddienste brauchen, liegt ChatGPT vorn. Fragen Sie sich zuerst, wo Ihre Dateien liegen und wer sie sehen darf, dann fällt die Entscheidung zwischen den beiden Assistenten fast von selbst aus.

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