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OpenAI-Ingenieur nach verstecktem Aufnahmegerät festgenommen

Ein Mitarbeiter von OpenAI soll ein verstecktes Aufnahmegerät in einem Besprechungsraum der Chefetage platziert haben. Das US-Justizministerium hat die Anklage veröffentlicht, die Firma bestätigt den Vorfall.

Anna WeberAnna Weber
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OpenAI-Ingenieur nach verstecktem Aufnahmegerät festgenommen

Ein Mitarbeiter von OpenAI soll ein verstecktes Aufnahmegerät in einem Besprechungsraum der Chefetage platziert haben. Das US-Justizministerium hat die Anklage veröffentlicht, die Firma bestätigt den Vorfall. Der Mann sitzt seit dem 9. Oktober in Haft.

Was OpenAI und die Ermittler vorwerfen

Das FBI hat am 9. Oktober Abdulrahman Alfozan festgenommen, einen 35 Jahre alten saudischen Staatsangehörigen und Ingenieur bei OpenAI. Die Anklage wurde erst am 13. Oktober öffentlich, als das US-Justizministerium sie veröffentlichte. Nach Angaben des Ministeriums soll Alfozan ein verschlüsseltes Aufnahmegerät in Toilettenpapier eingewickelt und an einen Fernseher in einem Konferenzraum gesteckt haben, den Führungskräfte des Unternehmens nutzen. OpenAI hat den Vorfall inzwischen selbst bestätigt.

Wichtig ist die rechtliche Ausgangslage: Es handelt sich um eine Anklage, nicht um ein Urteil. Alfozan gilt bis zu einem Schuldspruch als unschuldig. Ihm wird ein Verstoß gegen den bundesstaatlichen Wiretap Act vorgeworfen, ein Gesetz zum Schutz vor unerlaubtem Abhören. Darauf steht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Wie das Gerät entdeckt wurde

Der Aufnahmeapparat sei „ausgefeilt" gewesen, heißt es in der Klageschrift. Aufgefallen ist er offenbar bei einer Routineprüfung des Raums. Nach Berichten, unter anderem von Fortune, soll Alfozan für die Vorbereitung das ChatGPT-Konto seiner Ehefrau genutzt haben, um herauszufinden, wie sich ein solches Gerät unbemerkt platzieren lässt. Das Detail zeigt, wie eng der Fall mit dem eigenen Produkt des Unternehmens verwoben ist.

OpenAI hat den Mitarbeiter nach eigener Aussage entlassen. Der Konzern erklärte, man arbeite mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Weitere Angaben zum Motiv machte weder das Unternehmen noch die Anklage öffentlich. Ob es sich um Wirtschaftsspionage, persönliche Motive oder etwas anderes handelte, ist bislang unklar.

Warum der Fall gerade jetzt Aufmerksamkeit bekommt

Der Vorfall trifft OpenAI in einer Phase, in der der Konzern unter besonderer Beobachtung steht. Das Unternehmen beschäftigt Tausende Menschen, forscht an Modellen von enormem strategischem Wert und sitzt an der Spitze einer Branche, die weltweit um Talente und Einfluss ringt. Ein mutmaßliches Abhörgerät in einem Raum, in dem die Führungsebene tagt, rührt an genau die Frage, die viele Unternehmen der Branche umtreibt: Wie gut sind interne Gespräche eigentlich geschützt?

Für Beschäftigte in der Technologiebranche ist das ein unangenehmer Weckruf. Vertrauliche Informationen über Produktpläne, Partnerschaften oder Personalentscheidungen sind wertvoll, und der Zugang zu Räumen mit solchen Gesprächen ist oft locker geregelt. Die Klage beschreibt einen vergleichsweise simplen Weg, ein solches Gerät anzubringen.

Was jetzt zu beobachten ist

Der weitere Verfahrensverlauf dürfte klären, was Alfozan vorgeworfen wird und ob sich das Motiv bestätigt. Bis dahin bleibt es bei einem Verdacht der Anklagebehörde.

Für OpenAI und andere große KI-Firmen stellt sich die Frage, ob sie ihre Sicherheitsvorkehrungen anpassen. Ob der Konzern bereits neue Kontrollen für Besprechungsräume angekündigt hat, ist nicht bekannt. Wer in einem solchen Unternehmen arbeitet oder dort Geschäfte macht, sollte den Prozess verfolgen, denn er könnte Aufschluss darüber geben, wie ernst die Branche den Schutz interner Gespräche künftig nimmt.

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